Sfingi Alate

Maria Roberta Valesi

DIE VERKÜNDIGUNG

Holztafel, Eitempera und reiner Goldgrund

Das Werk ist eine Reproduktion einer alten Ikone der Nowgoroder Schule (14.-15. Jahrhundert), die im Staatlichen Museum von Nowgorod aufbewahrt wird. Die Verkündigung ist der Beginn der Heilsgeschichte, und in dieser Ikone wird die göttliche Mutterschaft Marias verherrlicht. Die beiden Gestalten stehen sich gegenüber und führen einen stummen Dialog der Augen und Hände. Der Erzengel Gabriel, der sich nach vorne beugt, fragt die Jungfrau, ob sie einwilligt, Theotokos, also Mutter Gottes, zu werden. Mit Hilfe des Engels Gabriel (dessen Name „Kraft Gottes“ bedeutet) steigt der Heilige Geist auf Maria herab, die den Sohn Gottes empfängt. Die Jungfrau sitzt auf einem Kissen und ihre Füße ruhen auf einem Podest, beides Symbole des Königtums, die unterstreichen, dass sie bereits eine königliche Figur ist und die irdische Mutter des Königs der Könige sein wird. Ihr Mantel ist violett; wegen seiner Kostbarkeit war er im Altertum den Herrschern und Päpsten vorbehalten, während er in der Symbolsprache der überirdischen Farben die Liebe zur Wahrheit darstellt. Diese Farbe entsteht durch Rot, das die göttliche Liebe ausdrückt, und durch Blau, das Gottes Weisheit und Wahrheit symbolisiert. Im oberen Teil der Ikone sieht man die Herabkunft des Heiligen Geistes, symbolisch dargestellt durch eine Taube. Der rote Vorhang am unteren Rand deutet darauf hin, dass sich dieses Ereignis im Tempel abspielt. Das Fest der Verkündigung fällt auf den 25. März, neun Monate vor der Geburt Christi, und fällt mit der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche zusammen, dem Zeitpunkt, an dem nach alten Überlieferungen der erste Mensch geschaffen wurde: Maria ist die neue Eva, aus der Jesus, der Retter, geboren wird.

Taf. 13 Katalog S. 70

Engel - eine multimediale Austellung

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